First European Bahá’í House of Worship/Text
ERSTES EUROPÄISCHES BAHÁ’Í HAUS DER ANDACHT[edit]
LANGENHAIN IM TAUNUS BEI FRANKFURT AM MAIN
FIRST EUROPEAN BAHÁ’Í HOUSE OF WORSHIP[edit]
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Die von Bahá’u’lláh (arab. „Herrlichkeit Gottes”, 1817—1892) begründete Religion entstand in Persien um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Sie bedeutet nicht nur eine Erneuerung der allen Offenbarungsreligionen der Vergangenheit zugrundeliegenden ewigen Wahrheiten; sie vermittelt darüber hinaus den göttlichen Heilsplan zur Behebung der gegenwärtigen Nöte der Menschheit. Wesentliche Prinzipien dieses Glaubens, dieser Welt-Religion im wahren Sinne, die Bahá’u’lláh in den Jahren zwischen 1853 und 1892 niederlegte, sind
- das unabhängige Forschen nach Wahrheit, frei von Vorurteil und Tradition
- die Einheit und Ganzheit des Menschengeschlechts, der Grundpfeiler und die zentrale Wahrheit des Glaubens
- die Einheit aller Religionen in ihren geistigen Grundlagen
- die Ablehnung aller Vorurteile, seien sie religiöser, rassischer, sozialer oder nationaler Art
- die Übereinstimmung, die zwischen Religion und Wissenschaft bestehen muß
- die gleichen Rechte für Mann und Frau
- die gesetzliche Verpflichtung zur besten Erziehung aller Kinder
The religion founded by Bahá’u’lláh originated in Persia, in the middle of the nineteenth century. It not only means a renewal of the eternal truth inherent in all religions of the past; beyond that the Faith furnishes the divinely inspired answer to all present-day problems of humanity. Essential principles of this Faith, a world religion in the true sense, laid down by Bahá’u’lláh between 1853 and 1892, are as follows:
- The independent search after truth, unfettered by superstition or tradition
- The oneness of the entire human race, the pivotal principle and fundamental doctrine of the Faith
- The basic unity of all religions
- The condemnation of all forms of prejudice, whether religious, racial, class or national
- The harmony which must exist between religion and science
- The equality of men and women
- The introduction of compulsory education
- The adoption of a universal auxiliary language
- The abolition of the extremes of wealth and poverty
- die allgemeine Einführung einer Welthilfssprache neben der Muttersprache
- die Begrenzung des Reichtums und die Behebung sozialer Not
- die Bildung eines Weltschiedsgerichtshofs zur Schlichtung von Streitigkeiten unter den Völkern
- göttlich bestimmte Gerechtigkeit als Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft
- die Würdigung jeglicher Arbeit, die im Geiste des Dienens getan wird, als Gottesdienst
- die Religion als Bollwerk der Liebe und Verständigung für den Schutz aller Völker und Rassen
- das Wirken für einen dauerhaften, universalen Frieden als erhabenstes Ziel für die Menschheit
Begeistert von dieser Schau einer geeinten und befriedeten Welt, haben während der letzten Generationen die Bahá’í, die an Bahá’u’lláh als den Verheißenen aller Offenbarer der Vergangenheit glauben, diese Botschaft in die ganze Welt getragen. Menschen aller Rassen, Religionen, Kulturen und Stände haben sich in der Bahá’í-Religion zusammengefunden. Die Bahá’í auf der ganzen Welt glauben unbeirrt an diese Worte Bahá’u’lláhs:
- The institution of a world tribunal for the adjudication of disputes between nations
- The glorification of justice as the ruling principle in human society
- The exaltation of work, performed in the spirit of service, to the rank of worship
- Religion as a bulwark for the protection of all peoples and nations
- The establishment of a permanent and universal peace as the supreme goal of all mankind
Inspired by this vision of a united and peaceful world, Bahá’ís have for generations carried this message around the globe, believing that Bahá’u’lláh is the Promised One of all ages and prophets. Bahá’ís are a unique world community; they have found the Faith of Bahá’u’lláh a basis of unity that makes competition among sects and denominations seem unimportant to them. Bahá’ís are people of different economic and social classes, of different national and racial backgrounds. All over the world Bahá’ís believe in these words of Bahá’u’lláh:
„O ye children of men.
The fundamental purpose animating the Faith of God and His Religion is to safeguard the interests and promote the unity of the human race,
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„O ihr Menschenkinder!
Die grundlegende Absicht, die den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, die Belange des Menschengeschlechts zu schützen, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Freundschaft unter den Menschen zu pflegen. Laßt sie nicht zu einem Quell der Uneinigkeit und des Mißklangs, des Hasses und der Feindschaft werden. Dies ist der rechte Pfad, die festgelegte und unverrückbare Grundlage. Was sich auf dieser Grundlage erhebt, kann durch die Wechselfälle der Welt niemals in seiner Kraft geschwächt werden, noch können die Umwälzungen zahlloser Jahrhunderte seinen Bau untergraben. Unsere Hoffnung ist, daß sich die religiösen Führer der Welt und ihre Herrscher vereint für die Neugestaltung dieses Zeitalters und die Wiederherstellung seines Friedens erheben mögen“.
Die Bahá’í-Religion kreist um drei Hauptgestalten: den Báb, Bahá’u’lláh und ‘Abdu’l-Bahá. Der Báb (arab. „das Tor“, 1819—1850) erhob im Mai 1844 im Alter von 25 Jahren in Shíráz den Anspruch, der Herold Dessen zu sein, der nach den heiligen Schriften früherer Offenbarungen die Menschen vereinen und ein Zeitalter des Weltfriedens heraufführen soll. Der Báb gewann so viele Anhänger, daß die persische Regierung und die islamische Geistlichkeit sich gegen Ihn
and to foster the spirit of love and fellowship amongst men. Suffer it not to become a source of dissension and discord, of hate and enmity. This is the straight Path, the fixed and immovable foundation. Whatever is raised on this foundation, the changes and chances of the world can never impair its strength, nor will the revolution of countless centuries undermine its structure. Our hope is that the world’s religious leaders and the rulers thereof will unitedly arise for the reformation of this age and the rehabilitation of its fortunes.”
The Bahá’í Faith revolves around three principal figures: The Báb, Bahá’u’lláh, and ‘Abdu’l-Bahá. In Shíráz, in May 1844, the Báb („The Gate”), at the age of 25, made the claim to be He Who, according to the holy books of former manifestations, was to announce the coming and to prepare the way of The One „Whom God shall make manifest”, a World Teacher to unite men and women and usher in an age of peace. The Báb attracted so many followers that the Government and the Islamic clergy after they had first imprisoned Him finally, in 1850, had Him executed. Likewise they cruelly massacred twenty thousand of His followers.
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zusammentaten, Ihn verbannten und im Jahr 1850 erschießen ließen. Zwanzigtausend Seiner Getreuen wurden gleichfalls grausam hingemordet.
Im Jahr 1863 verkündete Bahá’u’lláh, Er sei Der, den der Báb angekündigt habe — die von Gott ausersehene Manifestation Gottes für dieses Zeitalter. Fast vierzig Jahre lang war Er ein Verbannter und Gefangener. In dieser Zeit erklärte Er in zahlreichen Büchern und Sendschreiben die Wahrheiten Seiner Offenbarung und verkündete Seine Botschaft den Königen und Herrschern in Ost und West.
Bahá’u’lláh ernannte Seinen ältesten Sohn ‘Abdu’l-Bahá (1844—1921) zum Ausleger Seiner Lehren. Unter Seiner Führung fand die Bahá’í-Religion Eingang in Europa und Amerika. 1921 starb ‘Abdu’l-Bahá und wurde auf dem Berge Karmel bei Haifa beigesetzt. Shoghi Effendi (1897—1957), der älteste Enkelsohn ‘Abdu’l-Bahás, von diesem testamentarisch zum Ausleger Seiner Lehren und zum Hüter des Bahá’í-Glaubens ernannt, leitete bis 1957 die Bahá’í-Weltgemeinschaft, deren in den Schriften Bahá’u’lláhs vorgezeichnete Verwaltungsordnung sich auf eine rasch wachsende Zahl nationaler und örtlicher Geistiger Räte stützen konnte. Im Jahr 1963 wurde erstmals das Universale Haus der Gerechtigkeit, die höchste administrative Körperschaft der Bahá’í-Weltgemeinde, gewählt. Aus wachsender Erfahrung wissen
In 1863, Bahá’u’lláh announced to the few remaining followers of The Báb that He was the chosen Manifestation of God for this age. He called upon the people to unite; He said that only in one common Faith and one order could the world find enduring peace. For nearly forty years, He was a prisoner and lived in exile. He wrote more than one hundred books and tablets and proclaimed His Message to the rulers and kings in the East and in the West.
Bahá’u’lláh appointed ‘Abdu’l-Bahá, His eldest son, as the Interpreter of His teachings and the Exemplar of the Faith. Under the leadership of ‘Abdu’l-Bahá the Faith was introduced to Europe and America. ‘Abdu’l-Bahá passed away in 1921. His remains are enshrined on Mount Carmel, near Haifa, Israel. In His last Will He named His eldest grandson, Shoghi Effendi, the First Guardian of the Faith and the interpreter of His teachings. During Shoghi Effendi’s guardianship until 1957 the Bahá’ís throughout the world have adopted an Administrative Order which is an application of Bahá’u’lláh’s teachings for a World Order. Local and National Spiritual Assemblies were formed throughout the world. In 1963 for the first time the Universal House of Justice, the highest administrative institution of the Faith, was elected. Today Bahá’ís know from increasing experience that differences of nationality, class and religion can be removed by the uniting power of Bahá’u’lláh.
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die Bahá’í heute, daß die Unterschiede der Nation, des Standes und der Religion durch die einigende Macht Bahá’u’lláhs beseitigt werden können.
Seit alters her hat der Mensch Orte geschaffen, an denen er Gott anbetete und verehrte. Juden, Hindus, Buddhisten, Christen, Muslime versammelten sich in Synagogen, Tempeln, Kathedralen, Moscheen und anderen Gebetshäusern zum Lobpreis ihres Schöpfers.
In einer klein gewordenen Welt, in der die Einigung ihrer Völker zu einem weltumfassenden Gemeinwesen die unumgängliche Voraussetzung für das Überleben des Menschengeschlechts geworden ist, ist ein Bahá’í-Haus der Andacht, das die grundsätzliche Einheit und Ganzheit der Menschheit symbolisiert, der äußere Ausdruck der Ideale der Bahá’í, die für die Verwirklichung des Weltfriedens und einer universalen Weltordnung arbeiten. Somit ist dieses Haus der Andacht, das erste Gebäude dieser Art auf dem europäischen Kontinent, eine Stätte der Ausstrahlung des göttlichen Lichtes für dieses Zeitalter.
„O Volk! Errichte Gebäude in äußerster Schönheit in jeder Stadt, in jedem Land, im Namen des Herrn der Religionen. Schmücke sie mit dem, was ihrer würdig ist. Alsdann gedenke in Andacht des Herrn, des Barmherzigen, des Gütigen.” (Bahá’u’lláh)
All through the ages man has erected places of worship to express his belief in God and his idea of religion. In varied ways man has reached out to God — the Jew, the Hindu, the Buddhist, the Christian, the Muslim, in synagogues, temples, cathedrals, and mosques they gathered to praise their Lord.
Now that all the world has become close neighbours, the building of a House of Worship has its special meaning. In an age that makes it inevitable for mankind to unite in order to survive, this House of Worship, the first one Bahá’ís under considerable financial sacrifice have erected on European soil, is to be a symbol of hope for those men and women who desire to live in a united and peaceful world.
„O people! Construct edifices in the most beautiful fashion possible, in every city, in every land, in the Name of the Lord of Religion. Adorn them with that which beseemeth them. Then commemorate the Lord, the Merciful, the Clement in spirit and in fragrance.” (Bahá’u’lláh)
„Today, verily, the most important thing ... is the erection of a Temple, from which the voice of praise may rise towards the realm of the Sublime Lord.” (‘Abdu’l-Bahá)
„The central House of Bahá’í worship ... will gather within its chastened walls, in a serenely spiritual atmosphere, only those who, discarding
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„Heute ist es fürwahr die größte Aufgabe ..., einen Tempel zu erbauen, von dem sich die Stimme des Lobpreises zum Reiche des erhabensten Herrn erheben mag.“ (‘Abdu’l-Bahá)
Das Haus der Andacht möchte in seinen geheiligten Mauern, in einer geistig geläuterten Atmosphäre nur Menschen versammeln, welche „für immer die Hüllen einer ausgeklügelten und tendenziösen Zeremonie aufgegeben haben und willige Anbeter des einen, wahren Gottes sind, der sich in diesem Zeitalter durch Bahá’u’lláh offenbart hat“. Niemand ist ausgeschlossen, der in Gebet und Meditation verweilen möchte. Die Bahá’í-Religion kennt keine Riten und keinen formstarren Gottesdienst; es gibt keine Berufs-Geistlichen. Im Andachtsraum werden keine Predigten und keine Vorträge gehalten. Ohne Auslegung wird das Wort Gottes nach heiligen Texten aller Offenbarungsreligionen gelesen. Die menschliche Stimme erklingt auch im Chorgesang — ohne instrumentale Begleitung — zum Lobpreis Gottes.
Jedes Haus der Andacht hat neun Eingänge, das einzige architektonische Erfordernis. Die Zahl neun ist die höchste Einzelzahl; sie symbolisiert das Umfassende, die Einheit. Die Kuppel wird in ihrem Innern geschmückt von einem in einer arabischen Kalligraphie dargestellten Wort, das eine Anrufung des „Größten Namens“ ist und bedeutet: „O Herrlichkeit des All-Herrlichen“.
forever the trappings of elaborate and ostentatious ceremony, are willing worshippers of the one true God, as manifested in this age in the Person of Bahá’u’lláh.” Here no creed stigmatizes the followers of any great faith as infidel or pagan. No one, who wishes to worship, is barred. There is no ritualism or set form in the Bahá’í Religion. Bahá’ís have no professional clergy to preside. Sermons or lectures are not permitted in the auditorium. Services are for prayer, meditation, and the reading of selections from the Sacred Scriptures of the Bahá’í Faith and the other Great Faiths of the world. The only music is by Soloists and a cappella choir.
Each Bahá’í House of Worship is to have nine sides. This is the only architectural requirement mentioned in the Bahá’í teachings. Nine is the largest single number and symbolizes comprehensiveness, oneness, and unity. In the apex of the dome appears the symbol of the „Greatest Name” in Arabic script which may be translated as „O Glory of the All-Glorious”.
This House of Worship was planned and built by Teuto Rocholl, architect at Frankfurt on Main. It measures 48 m diameter at its base. The height from base to top of dome is 28 m. The dome is 25 m wide.
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Dieses Haus der Andacht ist von Dipl.-Ing. Teuto Rocholl, Frankfurt/Main, entworfen und erbaut worden. Es hat eine Grundfläche von 48 m im Durchmesser. Vom gewachsenen Boden bis zur Spitze hat es eine Höhe von fast 28 m. Dreimal neun Pfeiler, welche die Kuppel tragen, begrenzen den Innenraum. Vom Fußboden bis zur Spitze führen 27 Rippen; sie enden in einem Ring, der eine Laterne trägt. Die Kuppelfelder haben zwischen den Rippen nach einem bestimmten System übereinander angeordnete verglaste Öffnungen, die das Tageslicht hereinfließen lassen. Daraus ergibt sich ein interessantes Spiel von Licht und Schatten, das durch die Sonnenreflexe auf den 570 Glasscheiben reizvoll belebt wird. Die tragenden Teile des Bauwerks bestehen aus vorgefertigten Betonteilen mit Stahleinlagen. Sie wurden in den Niederlanden hergestellt.
Nach sieben Jahren Bauzeit wurde das Haus der Andacht im Juli 1964 eingeweiht. Zum Bau haben die Bahá’í aus aller Welt beigetragen, das Haus wurde ausschließlich mit eigenen Mitteln erstellt. Zu jedem Haus der Andacht sind Gebäude vorgesehen, die sozialen, erzieherischen, humanitären und wissenschaftlichen Zwecken dienen sollen. So werden auch in der Umgebung dieses Hauses der Andacht künftig entsprechende Einrichtungen entstehen.
The interior of the auditorium is bounded by 27 pillars, supporting the dome. 27 ribs lead from the floor to the apex of the dome, culminating in a ring which carries a lantern. The dome segments are arranged in a special way in order to permit full access of daylight. These produce an interesting play of lights and shadows, attractively brightened by the sun’s reflexes on the 570 glass panels. The supporting parts of the structure consist of prefabricated concrete material reinforced by steel fillings, which were produced in the Netherlands.
In 1957 it was possible to acquire building grounds. Seven years later, in July 1964, this House of Worship was dedicated. From all over the world Bahá’ís have contributed to the erection of this edifice, which was financed by Bahá’ís only. All Bahá’í Houses of Worship are to be surrounded by buildings designated to serve social, educational, humanitarian, and scientific purposes. Hence, in the vicinity of this House of Worship, too, establishments housing such facilities will be erected.
Herausgegeben vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland e. V., 6238 Hofheim-Langenhain, Eppsteiner Straße 89